Lesen macht das Leben süß, Turnen stärkt die Glieder!

OStR Mag. Eduard Schnedl im Ruhestand

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von Mag. Peter Augustin
              
Ein Samstag im Juli, 21:30 Uhr: Am Ende der zweiten Ferienwoche scheint noch Licht aus den Fenstern der Bibliothek, und es scheint, man hat vergessen es abzudrehen. Als es dann doch finster wird und der Bibliothekar, Prof. Schnedl, zwei Kisten voll mit Büchern ins Auto verlädt, wird klar:
  
♦ Er hat noch Bücher im Computer inventarisiert.
♦ Karteikarten für die Zettelkataloge mussten getippt werden.
♦ Für die nächsten Ferientage hat er sich Arbeit mit nach Hause genommen: Bücher ohne Einband, Signaturenpickerl und
  Buchkarte.
   
In all den Jahren ist die Arbeit in der Bibliothek niemals ausgegangen.
   
Als im Jahr 1987 am BG Tamsweg eine der ersten „Zentralen Schulbibliotheken“ in Salzburg entstand, wurde Prof. Eduard Schnedl mit der Leitung betraut und bald war offensichtlich: „Einen Besseren hätte man nicht finden können“ (so der O-Ton des Administrators).
Heute resümiert Prof. Schnedl gelassen über den enormen Arbeitsaufwand und erzählt mir von den anfänglichen Schwierigkeiten:
Für die neue Heimat im größten Raum der Schule hatte er sich ein maß­geschneidertes Raumkonzept überlegt und detaillierte Pläne gezeichnet; alles umsonst, weil ein Ministerialrat sich Sitzstufen eingebildet hat.
Die Bücher aus den ehemaligen Büchereien für Lehrer und für Schüler mussten rasch gesichtet, geordnet und eventuell  aussortiert werden; eine Unmenge von Schachteln mit dem „Altbestand“ von fast 3000 Bänden war das erste Inventar der neuen Bibliothek.
100 000.- Schilling als erstes Viertel des Bundeszuschusses waren so rasch zu verbrauchen, dass dann trotz Prof. Schnedls Umsicht manche Bücher doppelt da waren.
Als schwierigstes Problem erwies sich, eine passende Systematik zu finden; er informierte sich in der Stadtbibliothek Salzburg, er fuhr nach Graz, er besuchte einen Kurs, aber nichts entsprach seinen Vorstellungen. Also hat er gemeinsam mit einem Salzburger Kollegen eine eigene systematische Einteilung entwickelt.
So richtig enervierend war die alte Speicherschreibmaschine, die zwei Jahre lang immer wieder plötzlich völlig Unsinniges ausgedruckt hat; aus den Korrekturen auf vielen der über 20 000 Katalogkärtchen kann man diese Faxen nachvollziehen.
Als dann mittlerweile 6000 Bücher systematisch erfasst waren, begann 1992 ein neues Kapitel: Das Computerprogramm DABIS wurde angeschafft, das hieß, das Programm wegen mangelnder Kundenbetreuung fast selbständig zu erlernen und alle Bücher wieder neu zu inventarisieren und dann noch zu verschlagworten.
Das Positive überwog in den 13 Jahren seiner aufopfernden Tätigkeit in der Schulbibliothek sicherlich. So muss man die Bereitschaft vieler Schüler zur frei­willigen Hilfe am Aufbau und der Betreuung der Bibliothek hervorheben. Oder die an anderen Schulen unbekannte alljährliche Großzügigkeit der Direktion betreffs Geld für Neuanschaffungen. Aber auch die Möglichkeit für Prof. Schnedl, sich in den Bibliotheksstunden (14 pro Woche) ein Bisschen vom lauten Unterrichtsalltag zurückzuziehen. Und nicht zuletzt die Freude, seine Arbeit durch die große Zahl an Lesern, Besuchern und Ratsuchenden honoriert zu sehen.
Nachdem wir in den letzten zwei Jahren gemeinsam die restlichen der nun fast 8000 Bücher, CD-ROM usw. „eingegeben“ haben, übernahm ich zu Beginn dieses Schuljahres seine Bibliothek in fast fertigem Zustand (noch in den Ferien nach seiner Pensionierung hat Prof. Schnedl in wochenlanger Arbeit Hunderte Bücher seines Lieblingsstandortes Geschichte EDV-mäßig erfasst).
Aber nicht nur als Bibliothekar habe ich den Edi schätzen gelernt, sondern auch als Turn- und Sportkollegen.
Mit ihm haben wir viele Schlachten geschlagen gegen die Maturanten im Fußball, deren Slogan „Keiner spielt so edel, wie der Edi Schnedl“ von einer deutlichen Anerkennung zeugt. Dass die Schüler meistens verloren haben, liegt daran, dass man in jungen 18 Jahren nicht so viel Kondition und Können erworben haben kann, wie einer mit 50 Jahren! ;-)
So hat fast jeder Schüler, Lehrer und Inspektor den sportlichen Weg von Prof. Schnedl gekreuzt, sei es als Volleyball-Übungsleiter, als geduldiger Tennispartner oder als Schikursleiter, Betreuer bei Meisterschaften sowie als Organisator der Leichtathletik-Bezirksbewerbe über zig Jahre.
Und trotz seiner Pensionierung bleibt uns im BG Tamsweg der Kollege Schnedl erhalten, als „Schülervater“: Immer wenn ein großes Schnedl-Kind oben hinaus maturiert (Birgit 1989, Christian 2002), fängt unten ein kleines wieder an (Ines 2001).
    
Mögest du lieber Edi noch lange Zeit deine Beziehung zu uns aufrecht halten, aber noch viel länger deinen wohlverdienten Ruhestand in gesunder Verfassung genießen.
Da ist kein Wurm mehr drin!

Dankesworte für Frau Dr. Edeltraut Wurm anlässlich ihres Übertritts in den vorzeitigen Ruhestand
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von Mag. Karoline Esterl
   
Mensch sein heißt:
Verantwortung fühlen und persönlich einen Stein betragen im Bewusstsein, mitzuwirken am Bau der Welt.
Verantwortlich sind wir alle.


Antoine de Saint-Exupéry

   
Mit Ende des Schuljahres 1999/2000 geht für das Bundesgymnasium Tamsweg ein großes Stück verloren:
  
♦ Ein Stück     W ortgewandtheit, Witz und Würde
♦ Ein Stück     msichtigkeit, Unentbehrlichkeit und Umarmung
♦ Ein Stück     espekt, Ruhe und Rationalität
♦ Ein Stück     M otivation, Miteinander und Maxime  
    
All das vereint sich in einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Frau Dr. Edeltraut Wurm. Frau Dr. Wurm wird sich nun nach 32-jähriger Tätig­keit am Bundesgymnasium Tamsweg verstärkt ihren zahlreichen Hobbys (wie diverse wissenschaftliche Forschungsarbeiten oder Reiten) widmen können und den wohlverdienten Ruhestand antreten. Was für sie ein großer Gewinn, ist für die Schule ein Verlust gewaltigen Ausmaßes. Ihre langjährige Berufserfahrung und ihr biologisches Finger­spitzengefühl ermöglichten eine maßgebliche Mitarbeit an der Prägung des allgemeinen Bildungscharakters unserer Schule.
Ich hatte das Glück, Frau Dr. Wurm 7 Jahre lang als Lehrerin, später als Fachkollegin und heute (ich sage das nicht ohne Stolz) als Freundin kennen zu lernen. Allein die Tatsache dieses Wandlungsprozesses von Schülerin zur Kollegin erlaubt es mir, von Seiten der gesamten Schule herzlichsten Dank für ihre pädagogisch wertvolle Arbeit aus­zu­sprechen.
Bislang ist mir nicht gelungen, hinter das Geheimnis ihres Erfolges, hinter das Geheimnis ihrer Originalität zu blicken.

    
Ist es ...
                        ... die Ehrlichkeit und Offenheit, mit der sie Schülern und Kollegen gegenübersteht
                        ... die Konsequenz in Beurteilung und Stil
                        ... die Fähigkeit zur Konfliktlösung durch persönliche Kommunikation
oder ist es ...
   
                        ... die einmalige Kombination aus Menschlichkeit und Kompetenz, die 10- wie 18-jährige, Schüler wie
                            Berufskollegen schätzen?
     
Ihre fachliche Kompetenz wird nicht zuletzt dadurch dokumentiert, dass ihr Name auf Schautafeln an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg ebenso zu finden ist wie in diverser Fach­literatur und auf CD-Roms. Und trotz dieser Stärke konnte ich als Schülerin vor allem ihre schwungvolle und herzliche Art, ihre Menschlichkeit bewundern, denn mit einem Lächeln die Unterrichtsstunde zu beginnen, kostet weder Zeit noch Mühe, und doch gehörte Frau Dr. Wurm in diesem Punkt zu einer Minderheit, die mir allein durch diese kleine Geste viel an Spannung nahm und Sicherheit gab. Auch heute, da ich glaube, über die Anstrengungen und Mühen des Lehrberufes Bescheid zu wissen, ist ihr ungebremst freundliches Auftreten im Konferenz- und Klassenzimmer für mich immer noch beeindruckend.
Die gewaltige Stärke von Frau Dr. Edeltraut Wurm liegt weiters auch darin, dass sie den Schülern (und ich spreche wirklich aus eigener Erfahrung) nicht nur den Weg zeigt, sondern ihn mitbeschreitet – und das oftmals bis weit über die Matura hinaus.
Ich bedanke mich im Namen der gesamten Schule bei einer groß­artigen und beispielhaften Pädagogin für die einfühlsame und fachlich kompetente Lehrtätigkeit, wie bei einer liebenswürdigen und zugänglichen Kollegin für ihre selbstlose und kooperative Mitarbeit all die Jahre hindurch.
    
Liebe Traude!
Viel Gesundheit, einen tatenreichen Ruhestand und viel Zeit in und mit der Natur wünscht das gesamte Kollegium.
   
Ich empfinde die Tatsache, mit jemandem in so vertrauten Kontakt zu treten, als etwas seltsam Beglückendes, so als sei dadurch ein kleiner Teil der Vertreibung aus dem Paradies rückgängig gemacht worden.
                                                                                                                                     Konrad Lorenz, 1964
de missione honesta „Dr. Herberti Tineae“ sermo modo C. Taciti

(tinea, -ae … Bücherwurm)
 
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von Mag. Petra Huber            
    
Clarorum virorum facta moresque posteris tradere, antiquitatus usitatum, ne nostris quidem temporibus quamquam incuriosa suorum aetas omisit, quotiens magna aliqua ac nobilis virtus vicit ac supergressa est vitium parvis magnisque discipulis commune, ignorantiam linguae Latinae Graecaeque.
   
Nam tamen pigebit vel incondita ac rudi voce memoriam viri prioris doctrinae disciplinaeque componere.
disciplinaeque componere. Hic interim sermo honori illius collegae carissimi destinatus professione pietatis aut laudatus erit aut excusatus.
  
Mit seinem doch sehr überraschenden Entschluss, schon mit Ende dieses Schuljahres in den Ruhestand zu treten, hat uns Dr. Herbert Wurm sicherlich einen schweren Schlag versetzt, von dem wir – das sind seine Kolleginnen, Kollegen und vor allem wir Fachkolleginnen – uns nicht so leicht erholen werden.
Zwar war mir die Zusammenarbeit mit diesem Urgestein klassisch-philologischer Pädagogik nur kurze zehn Jahre lang vergönnt, aber ich hoffe, es gelingt mir dennoch eine angemessene, wenngleich persönliche Würdigung des Dr. Herbert Wurm abzufassen, genannt „der Blut­hund“ (Berühmt-berüchtigte Eigenvorstellung des weithin Gefürchteten bei Übernahme einer neuen Klasse!)
Als ich mich, die neue Junglehrerin, damals vor zehn Jahren dem alt(?)-ehrwürdigen Fachvorstand vorstellte, erschauerte ich förmlich vor Ehrfurcht und wagte es kaum einmal, den souveränen Meister mit meinen banalen Anfragen zu belästigen. (Entsprechend kühl war daher auch unser Verhältnis.)
Dann kam meine erste Matura, und ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, um den „Chef“ um Unterstützung zu bitten; und siehe da: Der unnahbare Dr. Wurm entpuppte sich als unendlich hilfsbereiter Kollege, der obendrein so manche meiner Korrekturen als zu streng (sic!) erachtete und mir den guten Rat gab, nicht zu hart zu sein!
Seitdem hat sich unsere „Geschäftsbeziehung“ zu einer – ich wage es zu sagen – kollegialen Freundschaft entwickelt, die getragen ist von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen, gepaart mit einem ordentlichen Schuss Humor. (Ich hoffe, du verzeihst es mir, wenn ich dich hier am Ende deines Lehrerdaseins als Gegenteil deines oft-zitierten Bluthundes „oute“?!)
So sei es ihm also vergönnt, die Errungenschaften der „Schule 2000“ nicht mehr am eigenen Pädagogenleib erfahren zu dürfen. Doch wir können darauf vertrauen, dass sich Dr. Wurm nicht aufs Altenteil zurückziehen wird. Vielmehr wird er sich jetzt wohl noch intensiver seinen Studien der Byzantinistik widmen und dieser Wissenschaft sicher zu vielen neuen Impulsen verhelfen.
Bleibt nur zu hoffen, dass ihn diese Tätigkeit und die anderen kulturellen Genüsse der Metropole Graz nicht dazu verleiten, seinem Tamsweger Wohnsitz und uns Lungauern auf Dauer Lebewohl zu sagen!
    
Quidquid autem futura ferunt, fortuna tibi et uxori tuae donet omnia, quae vos optatis. Maxime speramus, ut multos annos valetudinis laetitiaeque plenos agatis et omnes inceptiones vestras bene eveniant.
VALETE
E.T. [i:'ti:] - Ein SIRIUS im Lehrerkollegium
OStR  Dr. Erich Thell – 31 Jahre verdienstvolles Wirken am Bundesgymnasium Tamsweg

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 von Mag. Hans Posch    

 
Eigentlich kann ich es mir noch gar nicht vorstellen. Mit Ende des Schuljahres 2000/2001 tritt unser Admini­strator, OStR. Dr. Erich Thell den wohl­ver­dienten Ruhestand an.

Er stand mir bereits zu Beginn meiner eigenen Lehrerlaufbahn als ein­führender Fachkollege hilfreich zur Seite, und ich habe ihn in den 25 Jahren gemeinsamen Wirkens an unserer Schule als wunder­baren Men­schen und Freund sowie als groß­artigen Kollegen und Pädagogen  kennen und schätzen gelernt.

   

E.T. – EINFACH  TOLL            Deine pädagogische Kompetenz und deine Vielseitigkeit:

Sie zeigen sich unter anderem in der Vielzahl der Fächer, die du im Laufe deines Lehrerlebens unterrichtet hast. Außer in Physik und Mathematik hast du dein Talent auch in Religion, Werkerziehung und natürlich in Informatik und EDV bewiesen. Ich weiß und konnte es mitverfolgen, mit wie viel Einsatz, Engagement und pädagogischem Geschick du auch in den „nichtgeprüften“ Fächern tätig warst. Viele deiner pädagogischen Ratschläge sind inzwischen in meine eigene Arbeit eingeflossen.
Dein besonderes Steckenpferd, die Astronomie, hat uns bisweilen bis in die Nacht hinein beschäftigt, wenn es darum ging, den Sternenhimmel zu erforschen oder die Uhrzeit nach fortgeschrittener (?) Stunde mit den Sternen zu bestimmen.
Erich Thell ist einfach der „Mann für alle Dinge“ und das auch außerhalb seines Lehrberufes, wie seine vielfältigen Funktionen im Dienste der Öffentlichkeit zeigen.
      
E.T. – EINFACH TOLL            Deine Hilfsbereitschaft und dein Einsatz für uns Kollegen:
Wie oft warst du in fachlichen oder administrativen Fragen unser letzter „Rettungsanker“. Dein ‚Nicht verzagen – Erich fragen’ wird uns fehlen. Trotz all der auf einen Administrator hereinstürzenden Hektik eines Schulalltags hast du immer Ruhe ausgestrahlt, oft unendlich viel Geduld mit uns gezeigt und dadurch so manche Situation auf diese Art entspannt. Viele administrative Tätigkeiten hast du ohne viel Aufhebens  für uns Kollegen erledigt und damit unsere Arbeit erleichtert.
    
E.T. – EINFACH TOLL            Deine Aufgeschlossenheit und Begeisterungsfähigkeit für Neuerungen:
Du hast nicht nur als einer der ersten im Lande Stundenpläne mit dem Computer erstellt, sondern schon sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt und an unserer Schule einen EDV-Unterricht angeboten. Gerne erinnere ich mich an diese „Steinzeit der Informatik“, in der ich deine Gabe der Motivations­fähigkeit an mir selbst erfahren konnte.
Erich Thell hat durch seinen Weitblick und seine Ideen ganz wesentlich die Entwicklung unserer Schule mitgeprägt. Bis heute hat er nichts von seinem Elan und innovativem Geist verloren, immer wieder drängt es ihn zu Neuem.
     
E.T. – EINFACH TOLL           
@ Deine frohe und freundliche Art Schülern und Kollegen gegenüber.
@ Deine  Schlagfertigkeit und dein Witz, die uns so manche von dir ‚verordnete’  Supplierstunde leichter hinnehmen ließen.
@ Deine stets gute Laune und Unterhaltsamkeit.
@ Deine positive Lebenseinstellung, die du trotz Unbill des Schicksals nie verloren hast.
@ Deine „Fürsorglichkeit“ (oder auch ökonomisches Geschick), wenn es darum ging, uns mit köstlichem Tropfen 
    aus deiner burgenländischen Heimat zu versorgen.
@ ..................... ich könnte noch lange fortsetzen!
     
Für all das, lieber Erich, bedanke ich mich im Namen aller Kolleginnen und Kollegen!
Wir wissen, dass die Bezeichnung „Ruhestand“ für deinen nächsten Lebensabschnitt eigentlich falsch ist, denn du bist noch voll Tatendrang.
Unsere besten Wünsche begleiten dich. Viel Gesundheit und alles Gute für die neue Schaffensperiode.
Wussten Sie schon, dass Prof. Veit eigentlich Philipp heißt?
(Zitat aus einer Maturazeitung) ...

OStR. Prof. Vitus Philipp im Ruhestand
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von Dr. Erich Thell

Mit 1. September dieses Jahres beginnt für Professor Philipp der dritte Lebens­abschnitt – die Zeit der Pensionierung.

Der gebürtige Kendlbrucker fiel in der Volksschule Ramingstein sehr bald als be­gabter Schüler auf. Damals war es allerdings nicht einfach, talentierten Jugendlichen den Weg zu einer höheren Schule zu ebnen.

Vitus wurde von einer sozial aufgeschlossenen und bildungsfördernden Lungauerin entdeckt. Frau Anna Guggenberger setzte ihr Kraft dafür ein, Begabte zu fördern und ihnen den Besuch eines Gymnasiums zu ermöglichen. Der 11-jährige Vitus durfte nach Salzburg zu den Palottinern ins Internat und konnte von dort das Gymnasium besuchen.
Schon als Kind prägten ihn sein Interesse und seine Liebe zur Natur. Das Elternhaus stand neben der Wallfahrtskirche Maria Hollenstein, in einem ruhigen Landstrich – wo er in bescheidenen Verhältnissen unbeschwert und ohne Hektik aufwachsen konnte.
Nach der Matura konzentrierte er sich ganz auf seine Hobbys, indem er sich dem Biologiestudium widmete. Als Zweitfach kam entsprechend seiner Reiselust nur Geografie in Frage.
Im Herbst 1972 begann er seine Kariere an unserer Schule. Er verstand es in den 29 Jahren als Lehrer Heiterkeit in den grauen Alltag eines Schülerdaseins zu bringen.
Aufmüpfige Schüler konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen, eine seiner Reaktionen: „Verschiebt euren Zwergenaufstand auf die große Pause!“ Seine Schlagfertigkeit in jeder Situation und sein trockener Humor machten ihn bei den Schülerinnen und Schülern beliebt.
Prof. Philipp war mit seinen Fächern bei der mündlichen Matura und als Betreuer bei Fachbereichsarbeiten sehr gefragt. Gäbe es den Orden eines „Wahlonkels“, so müsste ihm dieser in Gold verliehen werden.
Auch im Konferenzzimmer sorgte er mit seinen humorvollen Bemerkungen für aufgelockerte Stimmung.
Für mich als Administrator war er ein besonders pflegeleichter Fall. Er war immer bereit die unangenehmen sechsten Stunden (seine spitzen Bemerkungen seien hier verschwiegen) hinzunehmen. Supplierstunden verursachte er sehr wenig, dafür nahm er die vielen Vertretungen ohne Murren an.
Als Biologe ist ihm auch das Wohlbefinden der Bevölkerung ein Anliegen. Sein Namenspatron Vitus ist einer der 14 Nothelfer – unser Veit ist feiwilliger (Not-)Helfer beim Roten Kreuz.
Prof. Vitus Philipp ist ein viel- und weitgereister Mann. Auch ich hatte manchmal das Vergnügen mit ihm zu reisen. Nicht nur seine geografischen Kenntnisse sondern auch sein Wissen über die Vegetation in fernen Ländern haben mich dabei sehr beeindruckt. Seine Reiselust ist noch immer ungebrochen.
Lieber Veit, wir wünschen dir für deinen dritten Lebensabschnitt alles Gute, beste Gesundheit und das nötige Geld für Abenteuer in der Ferne!

   
© GymTamsweg 2017