amnesty  Moses Akatugba wurde als 16-Jähriger wegen angeblichen bewaffneten                   

Raubüberfalls festgenommen und unter Folter gezwungen, bereits

vorgefertigte Geständnisse zu unterschreiben. Im November 2013

wurde er zum Tode verurteilt. Als „Beweise“ galten die Aussage des

Diebstahlsopfers und das von Moses unter Folter erpresste Geständnis.

 

Dieser und zwei weitere Fälle (Liu Ping aus China und Erkin Musaev aus Usbekistan) wurden 2014  von Amnesty International für den Briefmarathon des letzten Jahres ausgewählt. Mit Stand vom 17. Dezember 2014 waren bereits 1.458.662 Briefe weltweit zur Unterstützung dieser drei Menschen versandt worden. Damit soll erreicht werden, dass ihnen durch entsprechende mediale Aufmerksamkeit die jeweiligen Behörden in den Heimatländern der Verfolgten nicht einfach „den Prozess“ machen können, ohne sich um international anerkannte Menschenrechtskriterien kümmern zu müssen. In den letzten Jahren hat sich immer wieder der Erfolg dieser Aktion gezeigt. Menschen, die zu Unrecht angeklagt, gefoltert, eingesperrt oder von der Justiz verfolgt wurden – und werden – konnte auf vielfältige Weise geholfen werden. Haftbedingungen wurden erleichtert, die Ausreise wurde genehmigt, Entlassungen aus Gefängnissen wurden erreicht und vieles andere mehr.

Unsere Schüler der Oberstufe erhielten im Laufe des Monats November in Form einer Wandtafel die Informationen zu den 3 Fällen. Auch wurde im Fach Geschichte und Politische Bildung der Hintergrund der Aktion erklärt und im Überblick besprochen. Jeder Teilnehmer entschied persönlich und freiwillig, sich für die Anliegen dieser Menschen in Form eines oder mehrerer Briefe an die Vertreter der jeweiligen Staaten einzusetzen. Insgesamt konnten bis zum 17. Dezember des Vorjahres 72 Briefe versendet werden.

Jeder einzelne dieser Briefe ist wichtig, jeder ist Ausdruck dafür, dass den jungen Gymnasiasten die Schicksale von Verfolgten nicht egal sind. Sie zeigen mit ihrem Engagement auch, dass der Gedanke der Menschenrechte lebt und nur auf internationaler Basis weiter gefestigt werden kann. Ausdruck finden kann er aber nur auf einer persönlichen Ebene. Die verfassten Briefe werden dazu beitragen, den angesprochenen Menschen eine Stimme zu geben und sie sind Ausdruck einer grenzüberschreitenden Solidarität, die Hoffnung für die Zukunft macht.
   
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