Iris Gappmayer, 7b:

Für zwei Stunden und 15 Minuten zurück ins 18. Jahrhundert. Natürlich nicht in einer Zeitmaschine, sondern im Schauspielhaus Salzburg. Dort wurde nämlich das Theaterstück „Die Räuber“ von Friedrich Schiller aufgeführt.

Neid, Betrug, Liebe und Mord - so lässt sich das Stück mit ein paar Schlagwörtern beschreiben.

Zwei verschiedene Welten prallen in „Die Räuber“ aufeinander. Auf der einen Seite der erfolgreiche, schöne Student Karl Moor, der mit Amalia verlobt ist, auf der anderen sein unglücklicher Bruder Franz, der es nur auf den Thron von seinem Vater, Graf Moor, abgesehen hat. Nach einem gefälschten Brief von Franz an Karl schließt sich Karl einer Räuberbande an. Durch ihre wilde Art und als die Räuber mit blutverschmierten Oberkörpern auftauchen, lässt sich ihre Mordlust gut erkennen.

Auch das Bühnenbild setzt diese zwei Welten um. Verschieden hohe Spielpodeste und dürre Weiden stellen die böhmischen Wälder dar, wo die Räuber „hausen“. Oberhalb „thront“ eine Art Terrasse mit einem schönen Stuhl. Sie symbolisiert das Schloss. Mit Hilfe von kurzen Musikeinlagen lässt sich das Wechseln von den Szenen in den verschiedenen Orten leicht nachvollziehen.

Der englische Satz „ We don’t want a piece of the cake, we want the whole fucking bakary.“ (im Anklang an die Occupy-Wallstreet Bewegung), Livemusik von einer E-Gitarre und die Wahl von den Kleidern verleihen dieser Inszenierung einen modernen Touch und machten das Stück einfach sehenswert.

 

Klara Naynar, 7b:

Ein wortwörtlich farbiges Schlachtfeld von Mord, Grausamkeit, Betrug, Gerechtigkeit und Liebe wird uns im Schauspielhaus Salzburg bei „Die Räuber“ präsentiert. Die Umsetzung von Schillers Drama von Protest gegen gesellschaftliche Konflikte ist auf Grund der Kulisse, der Besetzung und der farblichen sowie musikalischen Elemente ein kultureller Erfolg, zumindest aus der Sicht von uns Schülern.
Der dargestellte Familienkonflikt zeigt die Rivalität zweier Brüder – Karl und Franz Moor. Sie sind die Söhne des Herrschers vom Moorschen Schloss. Franz fühlt sich immer als der hässliche und der ungeliebte Sohn benachteiligt. Daher versucht er seinen Bruder Karl mit gefälschten Briefen auszuspielen um wenigstens das Erbe des Vaters für sich zu gewinnen. Durch diese Intrigen beschließt Karl mit seinen Studentenfreunden eine Räuberbande zu gründen und wird selbst zum Hauptmann ernannt.

Die einfach aufgebaute, aber trotzdem vielseitige Bühne demonstriert zwei unterschiedliche „Ebenen“. Zum einen das Moorsche Schloss – die Herrschaft des Grafen Maximilian von Moor und zum anderen die Wälder Böhmens – das Gebiet der Räuber. Das Stück wird fast ununterbrochen mit Musik unterlegt und beinhaltet auch moderne Elemente. Sei es ein Solo mit einer E-Gitarre, der Gesang Karls Geliebter Amalia oder ein Hauch von Heavy Metall, der die Grausamkeit der Räuber verdeutlichen sollte. Die Entwicklung der immer stärker werdenden Erbarmungslosigkeit und Blutrünstigkeit der Räuber wird auch mit Hilfe von Farben veranschaulicht. Die zuerst eher schick gekleideten Studenten verwandeln sich in bunte, mit Blut beschmierte Räuber.

Auch die Schauspieler sind in ihrem Element und können sich gut in ihre Rolle hineinversetzen. Die enthusiastische Räuberbande sprudelt nur so von Übermut und Begeisterung und füllt so den ganzen Saal mit Stimmung.

Obwohl wir uns zuvor eigentlich nicht wirklich mit dem Buch befasst oder uns informiert haben, hat man die Thematik und den Inhalt trotzdem gut verstanden. Es war sogar spannender, da wir nicht wussten, was uns erwartet und wie das Drama endet.

 

Veronika Gruber, 7b:

Wut. Eifersucht. Liebe. Hass. Leidenschaft. Wildheit. Neid. Treue. Freiheit. Rebellion. Intrigen. Sehnsucht. Unabhängigkeit. Verzweiflung. Mord.

Diese Wörter spiegeln den Charakter des Stückes „Die Räuber“ von Friedrich Schiller ziemlich genau wider. Zum Inhalt: Zwei Brüder – Karl, der Erstgeborene, Stolz des Vaters und Student, und Franz, der jüngere, ungeliebt, benachteiligt und eifersüchtig auf Karl.Amalia, Karls Geliebte und treu bis in den Tod. Graf Maximilian von Moor, Vater der zwei Brüder und den Toten schon bald näher als den Lebenden. Zwei unterwürfige Diener im Hause Moor. Und die fünfköpfige Räuberbande, die mit ihrem Hauptmann Karl in den böhmischen Wäldern ihr Unwesen treibt.

Diese Personen lässt Regisseurin Maya Fanke auf die kreativ gestaltete Bühne los. Dürres Gestrüpp und unterschiedlich hohe Podeste stellen den Wald dar, die Szenen im väterlichen Schloss spielen sich auf einer Art Terrasse ab. Das Stück wurde ziemlich modern inszeniert: englische Ausdrücke, grelles Licht und elektronische Musik. Szenen im Schloss werden in sanftes Licht getaucht und mit ruhiger Musik begleitet, im Wald finden sich Neonlicht und harte Beats. Was mir dabei besonders gefallen hat, war die Live-Musik der Räuber.

Weniger angenehm für die Sinne waren die grelle Beleuchtung und der stinkende Bühnennebel. Bis auf einige unklare Stellen war das aber das einzige Manko. Die Bewegung auf der Bühne, die Lebhaftigkeit der Monologe und die Verwandlung von schöngewandeten Studenten zu blut- und dreckbeschmierten Räubern (man achte hier nicht nur auf die nackten Oberkörper der Männer) haben mich beeindruckt.

Die Mimen des Schauspielhauses machen ihre Sache immer großartig und sie haben mich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Sie steigern sich so in ihre Rolle hinein, man vergisst ganz, dass das eigentlich andere Menschen sind. Respekt, da kann man sich wirklich was abschauen – als Hobby-Schauspielerin weiß ich ja, dass es nicht immer einfach ist, eine Rolle perfekt zu verkörpern. Wobei es den großen Schauspielern auch nicht anders gehen wird als uns, wenn es heißt: „Licht – Ton – Action!“

 

Claudia Schreilechner 7b:

Mord, Intrige und Eifersucht, diese Worte beschreiben das Theaterstück am besten. Trotz dieser eher negativ behafteten Worte war ich positiv überrascht vom Stück. Ich konnte dem Verlauf auch ohne große Vorbereitung ohne große Mühen gut folgen. Sehr gut gefiel mir das Bühnenbild, welches aus zwei Ebenen bestand, für mich verkörperte die oberste Ebene die Arroganz und Machtsucht von Franz, während die unterste Ebene die Verzweiflung und den kriminellen Absturz von Karl widerspiegelte.

Auch fand ich die Schauspieler sehr gut, bis auf Franz. Bei ihm war ich anfangs verwirrt, denn ich stellte ihn mir schüchtern und zurückgezogen vor, das Gegenteil war jedoch der Fall, er war sehr bestimmt und herrschend. Ein weiterer positiver Aspekt des Stückes waren die modernen Elemente, wie zum Beispiel die E-Gitarren oder englische Sprüche wie: „We don’t want a piece of the cake, we want the whole fucking bakery“, welcher die Occupy- Bewegung repräsentieren sollte. Für uns Jugendliche waren auch die Räuber auch sicherlich aufgrund ihrer Punkerkleidung sehr ansprechend. Und für mich persönlich haben die raschen und impulsiven Bewegungen der Räuber sowie ihr Spiel mit der Lautstärke ihrer Stimmen immer wieder meine Aufmerksamkeit auf sie gezogen.

Im Großen und Ganzen war ich begeistert, jedoch gibt es auch einige Dinge, die ich bemängeln muss. Mich hat das grelle Licht, welches rund um das Bühnenbild war, gestört, auch der Rauch, der immer wieder aus dem hinteren Teil der Bühne kam und uns Zuschauer in stinkenden Nebel hüllte, empfand ich als störend.

Ich werde „ Die Räuber“ im Schauspielhaus sicherlich weiterempfehlen. Jedoch würde ich empfehlen sich im Voraus ein wenig über den Inhalt des Theaterstückes zu informieren, um ihm ohne Probleme folgen zu können.

 

Matteo Eichhorn, 7a:

Da steht er: Seine Silhouette zeichnet sich deutlich vom Hintergrund ab. Er will Rache, das sieht man. Der Räuberhauptmann Karl Moor zieht seine E-Gitarre und zielt damit direkt auf das Herz des Zuschauers.

Was Regisseurin Maya Fanke mit dieser Inszenierung gewagt hat, ist erstens eines: Mutig. Anstatt das Schauspiel möglichst so aufzuführen, wie Friedrich Schiller das gewollt hätte, tut sie stellenweise das genaue Gegenteil. Dabei waren in letzter Zeit mit Ersterem einige durchaus erfolgreich, man denke nur an Peter Steins bombastische und originalgetreue „Faust“-Inszenierung. „Retro“ ist „in“, so scheint es zumindest. Vorbei die Zeiten von möglichst grotesken und künstlerischen Inszenierungen? Diese Inszenierung findet den Mittelweg: Sie verändert das Original nicht bis zur Unkenntlichkeit und schafft es doch den Zuschauer abzuholen. „We don’t want a piece of the cake, we want the whole f*****g bakery!“, so der Schlachtruf dieser Räuberbande. Statt einem Totenlied mit Lautenbegleitung gibt es jetzt eine englische Ballade mit lauter Begleitung. Es passt. Auch dass sich der Wandel von einer Studentengemeinschaft zu einer Räuberbande mit einer Rockperformance vollzieht, ist eigenartig stimmig. Natürlich erhielt auch die Sprache ein „Update“, wodurch aber keinesfalls die Qualität des Stücks leidet.

Die Regisseurin schafft es, in nur zweieinviertel Stunden die Essenz des Stückes herauszufiltern. Eine Entscheidung, die dem  Zuseher wohl entgegenkommt, jedoch den einen oder anderen am Original Interessierten vor den Kopf stoßen könnte. Was aber die durch die Bank überdurchschnittliche Schauspielleistung locker wettmachen sollte: Vor allem Martin Brunnemann in der Rolle des Karl ist ein Glücksgriff. Der Übergang vom harmlosen Studenten zum gefürchteten Räuberhauptmann wird von ihm glaubwürdig dargestellt.

Eigentlich fehlen dieser Inszenierung nur zwei Dinge: die Mitteltöne auf der Farbpalette und die Tiefe. Ersteres sticht sofort ins Auge. Schon ab der zweiten Szene dreht das Ensemble richtig auf. Vor allem die Räuber sind nicht zu beneiden, wenn sie sich bei jedem Bühnenaufgang mit ganzem Gewicht auf den Boden schmeißen. Das wirkt zwar gut, jedoch stumpft der Zuseher bald ab und ist am Schluss schon ziemlich „actionsatt“. Das gleiche Phänomen tritt leider auch mit der Lautstärke auf. Es gelingt den Zuschauer am Anfang abzuholen, diese Spannung jedoch aufrecht zu erhalten, meistert die Regisseurin nicht so glanzvoll. Eine schrittweise Steigerung hätte die Wirkung des Stücks deutlich verbessert.

Auch schafft sie es zwar, das Stück stilistisch hervorragend an die heutige Zeit anzupassen, jedoch kommt sie inhaltlich nicht über eine Hommage an Schillers Klassiker heran. Es ist zwar weit entfernt von einer „Schauergeschichte, ein wenig Zombie-Horror und Klassiker-Aufsagetheater“ oder gar einem „Absturz“ der Inszenierung, wie Karl Harb in den Salzburger Nachrichten schreibt. Jedoch hätte man aus dem ethischen Konflikt der Moor-Brüder zwischen Recht und Unrecht mit einer inhaltlichen Aktualisierung deutlich mehr herausholen können. So fühlt sich der Zuschauer nach dem Stück ähnlich wie nach einem Fastfood-Burger: Kurzzeitig ist er satt, auf längere Sicht aber erhält er keine Befriedigung.

Der Räuberhauptmann legt seine E-Gitarre an und… schießt nur haarscharf am Bullseye vorbei.

   
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